Die Moti­va­tion hin­ter ein­er Schenkung ist meist sehr vielschichtig. Neben den sozialen und per­sön­lichen Aspek­ten spie­len nicht zulet­zt auch steuer­liche Vorteile eine Rolle. Auch kann das „Geben mit der war­men Hand“ späteren Stre­it zwis­chen den Erben ver­mei­den.

Richtiges Ausnutzen der Freibeträge

Für Schenkun­gen und Erb­schaften gel­ten die gle­ichen geset­zlichen Regelun­gen in Deutsch­land. Gestal­tungspiel­raum ergibt sich aber daraus, dass die Frei­be­träge für Schenkun­gen alle zehn Jahre neu genutzt wer­den kön­nen. Durch die mehrfache Aus­nutzung der Frei­be­träge und damit der schrit­tweisen Über­tra­gung des Ver­mö­gens kön­nen daher bei den poten­ziellen Erben Steuern ges­part und damit Ver­mö­gen gesichert wer­den.

Die Höhe der Frei­be­träge vari­iert und hängt vom Ver­wandtschafts­grad ab. Bspw. kön­nen Kinder von ihren Eltern jew­eils Schenkun­gen in Höhe von 400.000 Euro (inner­halb von zehn Jahren) steuer­frei erhal­ten. Für Großel­tern an Enkelkinder gilt ein Frei­be­trag von 200.000 Euro. Oft­mals als ärg­er­lich emp­fun­den wird, dass für Schenkun­gen an Nicht­en und Nef­fen, Geschwis­ter oder Lebens­ge­fährten lediglich ein Frei­be­trag von 20.000 Euro gilt.

Geht der Wert der Schenkung über den Frei­be­trag hin­aus, fällt Schenkung­s­teuer aber nur auf den über den Frei­be­trag hin­aus­ge­hen­den Ver­mö­genswert an. Die Höhe des Steuer­satzes hängt vom Ver­wandtschafts­grad und der Höhe der Schenkung ab. Bei Schenkun­gen von Eltern an ihre Kinder sind Steuer­sätze zwis­chen 7 und 30 Prozent möglich, wobei der Höch­st­s­teuer­satz erst greift, wenn die Schenkung 26 Mil­lio­nen Euro über­steigt.

Wertermittlung der Schenkungen

Für die Wert­er­mit­tlun­gen von Schenkun­gen gilt das Bew­er­tungs­ge­setz. Die Bew­er­tung erfol­gt dabei auf den Zeit­punkt der Schenkung („Stich­tagsprinzip“). Damit haben spätere Wertverän­derun­gen keine Auswirkun­gen auf die Höhe des Wertes der Schenkung.

Börsen­notierte Wert­pa­piere wer­den bspw. mit dem niedrig­sten am Stich­tag für sie notierten Kurs ange­set­zt. Für andere Anteile an Kap­i­talge­sellschaften gilt der soge­nan­nte gemeine Wert, der sich regelmäßig an den Erträ­gen der Gesellschaft ori­en­tiert und nach dem Ertragswertver­fahren (IDW S1) oder dem vere­in­facht­en Ertragswertver­fahren ermit­telt wird.

Für die Bew­er­tung von Immo­bilien sieht das Bew­er­tungs­ge­setz im Wesentlichen drei Ver­fahren vor, das Ver­gle­ich­swertver­fahren, das Sach­w­ertver­fahren und das Ertragswertver­fahren. Auf­grund der derzeit hohen Boden­richtwerte ergeben sich teils immense Immo­bilien­werte. Es beste­ht zwar die Möglichkeit einen niedrigeren Wert, als den nach dem Bew­er­tungs­ge­setz zu ermit­tel­nden Wert zu berück­sichti­gen, dies ist aber regelmäßig nur mit einem Gutacht­en des zuständi­gen Gutachter­auss­chuss­es oder eines Sachver­ständi­gen für die Bew­er­tung von Grund­stück­en möglich und daher mit zusät­zlichen Kosten ver­bun­den.

Vorausschauend schenken

Neben den steuer­lichen Vorteilen bei frühzeit­i­gen Schenkun­gen kön­nen auch Pflicht­teil­sansprüche durch Schenkun­gen gemindert wer­den. Pflicht­teils­berechtigte sind Kinder, Eltern und Ehe­gat­ten eines Ver­stor­be­nen.

Im Falle des Todes des Schenk­enden kön­nen Pflicht­teils­berechtigte Erben gegebe­nen­falls den Pflicht­teilsergänzungsanspruch gel­tend machen. Dieser ermöglicht es, den Pflicht­teil­sanspruch, um Schenkun­gen, die inner­halb ein­er Frist von 10 Jahren vor dem Tod des Schenk­enden vorgenom­men wur­den, prozen­tu­al zum Erbe hinzurech­nen zu lassen.

Bei Schenkun­gen unter Ehe­gat­ten fällt die 10-Jahres Frist weg, sofern die Ehe zum Zeit­punkt des Todes bestand. Erst im Fall ein­er Eheschei­dung begin­nt also eine 10-Jahres Frist.

Achtung ist auch bei Schenkun­gen mit Nießbrauchsvor­be­halt geboten. Hier ist der Frist­be­ginn der 10-Jahres Frist gehemmt auf den Zeit­punkt des Weg­falls des Nießbrauchs, welch­er häu­fig – sofern der Schenk­ende nicht zu Lebzeit­en darauf verzichtet hat –zum Zeit­punkt des Todes liegt.

Für die Hinzurech­nung gilt der Wert zum Zeit­punkt der Schenkung, sofern dieser geringer war als der Wert zum Zeit­punkt des Erb­falls. Wert­steigerun­gen zwis­chen dem Tag der Schenkung und dem Zeit­punkt des Erb­falls haben also hier­auf keine Auswirkun­gen.

Fazit

Schenkun­gen soll­ten immer langfristig geplant und gut durch­dacht sein. Zur rechtlichen Absicherung aller Beteiligten ist die notarielle Beurkun­dung eines Schenkungsver­trags rat­sam, bei Immo­bilien­schenkun­gen sog­ar zwin­gend.